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Im Rahmen des Projektes „Praxis für die Politik“ besuchte der Bundestagsabgeordnete Boris Mijatović am 12. August 2026 die Baumschule Pflanzenhof Nordshausen in Kassel. Gemeinsam mit Markus Guhl, BdB-Hauptgeschäftsführer, tauschte er sich über die praktischen Auswirkungen politischer Entscheidungen auf mittelständische Betriebe aus.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die seit dem 12. August geltenden Vorgaben der EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die für Baumschulbetriebe mit erheblichem bürokratischem Aufwand verbunden sind, sowie die Umsetzung der EmpCo-Richtlinie. Darüber hinaus wurde über die wachsende Bedeutung der Ressource Wasser diskutiert. Angesichts häufiger Trockenperioden und steigender Anforderungen an eine klimaangepasste Begrünung gewinnt ein nachhaltiges Wassermanagement für die Produktion von Gehölzen zunehmend an Bedeutung.
Auch die Anpassung von Gärten und Grünflächen an die Folgen des Klimawandels spielte eine wichtige Rolle. Dabei wurde deutlich, dass trockenheits- und hitzetolerante Baumarten sowie klimaangepasste Pflanzen künftig noch stärker nachgefragt werden. Die Baumschulwirtschaft leistet hierzu einen wichtigen Beitrag, indem sie die geeigneten Gehölze für die Anforderungen einer sich wandelnden Umwelt bereitstellt.
Der BdB betont die Bedeutung des direkten Austauschs zwischen Politik und Praxis. Nur wenn die Auswirkungen gesetzlicher Vorgaben auf die Betriebe bekannt sind, können langfristig praxistaugliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Die Baumschulwirtschaft trägt entscheidend zur Klimaanpassung, zur Begrünung von Städten und Gemeinden sowie zur Förderung der Biodiversität bei.
Zum Abschluss bedankte sich Boris Mijatović bei Uwe Humburg, Inhaber des Pflanzenhofs Nordshausen, für den offenen Austausch und die Möglichkeit, die Herausforderungen und Leistungen der Baumschulwirtschaft unmittelbar vor Ort kennenzulernen.
Das bundesweite Projekt des Bundesverbands der Dienstleistungswirtschaft (BDWi), dem auch der BdB angehört, soll den direkten Dialog zwischen Politik und Wirtschaft stärken. Ziel ist es, Entscheidungsträger:innen Einblicke in betriebliche Abläufe zu ermöglichen und die Folgen neuer gesetzlicher Regelungen aus der Praxis heraus zu vermitteln.
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BdB bringt sich mit Stellungnahme ein
Die Bedeutung von Gehölzen für den Klimaschutz ist in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus der Politik gerückt. Förderprogramme für Agroforstsysteme, kommunales Grün sowie die Wiederherstellung von Ökosystemen haben dazu beigetragen, die Rolle von Bäumen und Sträuchern für eine klimaresiliente Entwicklung stärker zu verankern.
Mit der geplanten Weiterentwicklung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz dürfte dieser Trend weiter an Bedeutung gewinnen. Zusätzliche Waldflächen, neue Heckenstrukturen, mehr Agroforstsysteme und eine stärkere Begrünung von Städten werden mittel- und langfristig zu einer steigenden Nachfrage nach Gehölzen führen.
Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an die Auswahl geeigneter, klimaangepasster Pflanzen. Auch die zunehmende Konkurrenz um landwirtschaftliche und gärtnerische Flächen stellt die Produktion von Gehölzen vor Herausforderungen.
In seiner Stellungnahme zur Weiterentwicklung des Aktionsprogramms macht der Bund deutscher Baumschulen (BdB) deutlich, dass die Baumschulwirtschaft eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der klimapolitischen Ziele einnimmt. Denn ohne ausreichend verfügbare und standortgerechte Bäume und Sträucher lassen sich klimaresiliente Ökosysteme weder aufbauen noch langfristig erhalten.
Der BdB fordert daher, Baumschulen im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz ausdrücklich als Produzenten Umsetzungspartner und Lösungsanbieter zu berücksichtigen. Nur mit einer leistungsfähigen Baumschulwirtschaft können die benötigten Gehölze für die vielfältigen Maßnahmen des natürlichen Klimaschutzes in ausreichender Qualität und Menge bereitgestellt werden.
Mit dieser Stellungnahme verfolgen wir das Ziel, die Belange der Baumschulwirtschaft stärker in politischen und administrativen Entscheidungsprozessen zu verankern. Konkret bedeutet dies eine frühzeitige Einbindung der Branche bei der Ausgestaltung von Förderprogrammen, die Mitwirkung in relevanten Gremien durch fachliche Beratung sowie die Stärkung der politischen und gesellschaftlichen Akzeptanz der Gehölzproduktion.
BdB-Landesverband Bayern
Im Rahmen der Freisprechungsfeier für den gärtnerischen Berufsnachwuchs am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Höchstädt a.d. Donau wurden auch die besten Absolvent:innen der Fachrichtung Baumschule ausgezeichnet. Schulleiter Manfred Bäuml begrüßte rund 120 Gäste, darunter Höchstädts Bürgermeister Stephan Karg sowie die Landtagsabgeordnete Marina Jakob.
Mit der traditionellen Freisprechung wurden die Absolvent:innen offiziell in den Berufsstand aufgenommen und erhielten ihre Zeugnisse sowie Berufsurkunden. Insgesamt starteten 59 Gärtner:innen des Prüfungsjahrgangs 2026 ins Berufsleben. Von ihnen schlossen 27 Auszubildende die Fachrichtung Baumschule ab.
Besonders hervorragende Prüfungsergebnisse erzielten Simon Fischer vom Ausbildungsbetrieb Garten-Land Wohlhüter in Gundelfingen, Lena Stemmer von der Hörmann Pflanzen GmbH in Schrobenhausen und Leonie Ott von Sauer Pflanzkulturen in Murnau. Für ihre Leistungen wurden sie von Gabriele Bschorr, BdB-Vizepräsidentin, mit einem Preis ausgezeichnet.
Die erfolgreichen Absolvent:innen verstärken nun die grüne Branche als dringend benötigte Fachkräfte und werden künftig einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung, Gestaltung und Pflege lebenswerter Freiräume leisten.
BdB-Landesverband Schleswig-Holstein
Vom 11. bis 15. August präsentierten sich die holsteinischen Baumschulen zum siebten Mal im Rahmen der FLORUM den europäischen Fachkolleg:innen und Kund:innen. Am 13.08. fand der Höhepunkt der diesjährigen FLORUM im Gartenbauzentrum in Ellerhoop statt.
Die rund 350 Fachbesucher:innen lobten das umfassende Angebot der FLORUM: 35 einladende Baumschule im Pinneberger Baumschulland, ein Fachvortragsprogramm zu aktuellen und spannenden Themen (Forum für Grünes Wissen), 28 Fachausstellende aus der Grünen Branche vor Ort sowie schließlich das FLORUM-Messefest für alle Teilnehmer:innen und Besucher:innen der FLORUM – und das alles ohne Anmeldung und Kosten.
Die FLORUM 2026 wurde erneut in Zusammenarbeit mit dem Holsteiner Versuchsnachmitttag der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH) ausgerichtet. Veranstalter sind der BdB Schleswig-Holstein e.V. und die LKSH.
Die Übersicht der teilnehmenden Baumschulen finden Sie unter www.florum.de/summer/marktplatz und die der 28 Zulieferer:innen und Dienstleister:innen unter https://www.florum.de/summer/fachaussteller
Die Veranstalter:innen zeigten sich zufrieden mit dem Messeverlauf. Dr. Frank Schoppa, Geschäftsführer der FLORUM und Geschäftsführer des BdB-Landesverbandes Schleswig-Holstein, sagte zur Messe 2026: „Wir bieten Wissenstransfer und fachlichen Austausch zu aktuellen betrieblichen Herausforderungen und zugleich zeigen unsere Baumschulen ihre Stärken. Dieser FLORUM-Messemix kommt gut an.“
Die nächste Ausgabe Grün online erscheint am 30. September 2026